Gesamtbanksteuerung

Elastizitaeten vs gleitende Durchschnitte

 

Warum können Mischungsverhältnisse für das variable Geschäft nicht aus dem Elastizitätskonzept auf das Konzept der gleitenden Durchschnitte übertragen werden? Weil für ein und dasselbe Mischungsverhältnis die resultierenden Cash Flows in beiden Konzepten völlig unterschiedlich ausfallen! In dem hier voreingestellten Beispiel werden 50% des Volumens (1.200 Mio. EUR) in das Laufzeitband 10 Jahre gemischt. Im Elastizitätskonzept erscheint als Cash Flow das gesamte Volumen im Laufzeitband 10 Jahre (600 Mio., dargestellt als roter Balken, siehe unten). Im Konzept der gleitenden Durchschnitte wird dieses Volumen bei 10 Jahren gleitend und monatlicher Wiederanlage auf 120 Tranchen (10 Jahre je 12 Monate = 120 Teile) zerlegt. Das Volumen erscheint hier nicht mehr mit 600 Mio. im 10. Jahr (nach 120 Monaten), sondern mit je 5 Mio. pro Monat (vgl. kleine rote Balken). Jeden Monat laufen 5 Mio. 10-Jahresgeld aus und werden zu dem dann gültigen 10-Jahressatz neu angelegt.

Warum können nicht bei Abschmelzen der Position im Konzept der gleitenden Durchschnitte die vorderen Cash Flows (grün + blau, 2-Jahres- und 5-Jahres Geld) liquidiert werden? Weil sich dann das Mischungsverhältnis verändern würde. Für die Liquidierung von Teilsummen müssen alle Tranchen gekürzt werden (vgl. Effekt bei Verringerung der Bilanzposition, rote Zahl oben).
Interessant ist auch, wie sich der Barwert der Bilanzposition durch Umstellung auf die gleitenden Durchschnitte verändert: die ursprünglich weit entfernte 10-jährige Position (und andere natürlich auch) rückt nun über die Aufteilung in Tranchen wesentlich näher und erhöht den Barwert. Denn die 600 Mio. (s.o.) sind nicht mehr in 10 Jahren fällig, sondern die ersten 5 Mio. davon sind bereits in 1 Monat fällig, weitere 5 Mio. in 2, 3, 4 usw. Monaten. Das erhöht den Barwert der Position.

Es dürfen daher Mischungsverhältnisse von Elastizitäten nicht mit Mischungsverhältnissen von gleitenden Durchschnitten gleichgesetzt werden. Vielmehr müssen aus den optimierten Mischungsverhältnissen für gleitende Durchschnitte passende Elastizitäten gesucht werden.
Um Elastizitäten und gleitende Durchschnitte in ihren Steuerungsimpulsen vergleichbar zu machen, hat die ccfb ein Excel-Tool entwickelt (INTEGRAMIX). Dies hilft Kreditinstituten bei der Parametrisierung, die in ihrer Zinsbuchsteuerung sowohl das GuV-orientierte Elastizitäts-Konzept als auch das zahlungsstromorientierte Barwertkonzept einsetzen.

 

Screenshot Elastizitaeten vs gleitende Durchschnitte | Vergrößern durch klicken